KUNSTVEREINDUISBURG  
       
 
AKTUELLE AUSSTELLUNGEN
AUSSTELLUNGSVORSCHAU
RÜCKBLICK 2022
RÜCKBLICK 2021
RÜCKBLICK 2020
RÜCKBLICK 2019
RÜCKBLICK 2018
ARCHIV

ZUM JAHRESWECHSEL 2020/21


PROJEKTE


DOKUMENTATIONEN


PRESSE


DER VEREIN


KONTAKT


IMPRESSUM


DATENSCHUTZ


Neuland. Karin Brosa + Robert Matthes
Laufzeit: 13. August bis 11. September 2022
Finissage + Künstlergespräch: 11. September 20022, 11h
Kuratorin: Jannine Koch


Frisch, figurativ, bissig und virtuos: In die Arbeiten von Karin Brosa und Robert Matthes wird man sofort hineingesogen und zur Betrachtung verführt. Während Karin Brosas Arbeiten subtil daherkommen, wird man von der Fülle und dem Detailreichtum der oft großformatigen Malereien von Robert Matthes fast übermannt. Hier wird gesprüht, geklebt, übertrieben und gelockt. Bei Karin Brosa hingegen seziert und verwoben, Zitate aus der Kunstgeschichte verschränken sich mit Zeitbezogenem zu komplexen Wahrnehmungsebenen und fordern den Betrachter heraus. Beiden Künstlern gemein ist deren kritische Auseinandersetzung mit dem Status quo.

Die Bilder von Robert Matthes wirken zunächst wie Werbetafeln: Sie locken mit grellen Farben oder gesprühten Messages: Doch das Versprechen wird nicht eingelöst. Vielmehr befinden sich viele seiner Protagonisten in engen Räumen, in denen sie dem Betrachter wie Tiere im Zoo schutzlos ausgeliefert sind. Dort sind sie der ständigen Überreizung, dem Lärm, der Übersättigung und dem Konsum preisgegeben. Diesen Zustand permanenter Überforderung vermag Robert Matthes wie kein Anderer meisterhaft zu inszenieren. Und doch ist diese Vituosität niemals Selbstzweck, sondern stets als kritische Inszenierung unseres Daseins lesbar.

Bei Karin Brosa ist neben ihren Arbeiten auf Leinwand vor allem die außergewöhnliche Qualität und Bandbreite ihrer Druckgrafik herauszustellen. Vom klassischen Tiefdruck geprägt, reicht ihr Œuvre inzwischen von Fotoradierung und Intagliotypie über Siebdruck bis hin zur Cyanotypie oder dem Materialdruck. Thematisch erweist sie sich dabei als ebenso kritische Beobachterin ihrer Umwelt wie Robert Matthes: Käfer marschieren auf, Menschen verlieren sich im virtuellen Raum, Tiere und Zwerge werden auf unheimliche Weise lebendig. Wer genauer hinsieht, erkennt Zitate aus der Kunstgeschichte, ironisch gebrochen und geschickt ins Gesamtgefüge eingeflochten. Neben Figuren tauchen leitmotivisch immer wieder Tiere oder Drohnen auf. Auch gezeichnete, collageartig ins Bild eingefügte Elemente sind wiederkehrende Bestandteile von Malereien und fungieren als zusätzliche Zeit- und Wahrnehmungsebene.

Kuratorin: Jannine Koch



  • Karin Brosa: Drohnenfänger, Acryl/Öl auf LW, 165 x 220cm, 2021
  • Karin Brosa: Streetview I, Aqua Tinta, 2017
  • Robert Matthes: Reservoir, Öl a.LW., 2017
  • Robert Matthes: inside out | outside in, Acryl/Öl/Lack auf Nessel, 220 x 170 cm, 2021








Björn Borgmann: ‚Logbuch Malerei‘
29. April 2022 bis 29. Mai 2022
Kurator: Dr. Jobst Paul



In expressiver Farblichkeit schildert Björn Borgmann das Gewaltsame gegen Natur und Mensch und das Scheitern ideologischer und technischer Höhenflüge. Die überwiegend großen Formate beeindrucken nicht nur in ihrer Dramatik und räumlichen Tiefe. Sie verweisen auch auf das jeweils Andere, auf Endlichkeit und das Fortschreiten der Zeit. In der Tradition kritischer Kunst von Francis Bacon, Richard Hamilton bis Sigmar Polke stellt Borgmann jedoch das Malerische selbst in den Vordergrund, wobei Kritik und Ironie auch in beißenden Sarkasmus umschlagen können. Borgmann konfrontiert den Betrachter nicht mit Gewalt selbst, sondern verarbeitet ihre tiefen Spuren in Natur und Psyche.
Mit ‚Logbuch Malerei‘ knüpft der Kunstverein Duisburg nach der Pandemie wieder an seine Bemühung an, der Öffentlichkeit bedeutende deutsche Künstler*innen und hervorragende künstlerische Positionen zu präsentieren.
Kurator: Dr. Jobst Paul


  • dumm gelaufen, 200 x 200 cm, Öl a. L., 2020
  • now, 200 x 200 cm, Öl a. L., 2020
  • red bang, 200 x 200 cm, Öl a. L., 2020
‚Logbuch Malerei‘ – Ein Gespräch mit Björn Borgmann
anlässlich seiner Ausstellung im Kunstverein Duisburg 29.4. - 29.5.2022






DIFFERENT STROKES
12. März - 10. April 2022


Die Ausstellung „Different Strokes“ nimmt 10 Positionen prozessual-abstrakter Malerei in den Fokus und geht der Frage nach, welche Möglichkeiten der Materialentfaltung und Gestaltbildung gestische Malerei als eine tradierte Strategie abstrakten Handelns in der aktuellen Kunst hervorbringen kann.
Reminiszenzen an die informelle Malerei, den abstrakten Expressionismus der Nachkriegszeit sind dabei keine Zufälligkeit. Sie werden zwar nicht direkt zitiert oder bewusst auf Aktualisierungsmöglichkeiten hin untersucht, sind jedoch eine nicht wegzudenkende Vorbedingung, eine in der kollektiven künstlerischen DNA gespeicherte Informiertheit, die gerade in der Malerei der Gegenwart wieder an die Oberfläche zu dringen scheint.

Kurator: Dr. Jan Holthoff